Corona-Blog

Corona - ein zur Zeit (im Frühjahr 2020) alles beherrschender Begriff, der den Alltag von uns allen beeinflusst oder mehr oder minder bestimmt.

Nachbarn aus Landau erzählen ihre Geschichten „in Corona-Zeiten“ – ich (Irma - erst seit Kurzem Neubürgerin in Landau) schreibe sie für Euch auf - unter den Aspekten:

- Wer bin ich, was ändert Corona in meinem Alltag?
- Was trage ich für die Gemeinschaft bei?
- Wofür habe ich in diesen Zeiten Anerkennung?

So lernen wir uns kennen - und erfahren etwas voneinander. Macht einfach mit!


Jeder ist relevant ! : Ursula & Manfred - unsere Geschichte in „Corona-Zeiten“

„Wir bewahren hier die Ruhe – und machen uns nicht verrückt“. Auch wenn wir könnten.

Wer sind wir – und was ändert „Corona“ in unserem Alltag ?

Wir sind Ursula und Manfred. Eigentlich im Ruhestand. Na ja nicht ganz: als Kultur- und Weinbotschafter Pfalz sowie Gästeführer in Landau zeigen, vertreten und repräsentieren wir unsere Stadt und unsere Region mit Stolz und Leidenschaft. Wir lieben die Pfalz und den Wein; und sind stolz diese in ganz Deutschland vertreten zu dürfen. Das geht momentan natürlich Corona-bedingt alles nicht. Stadtführungen, gesellige Weinproben, Weinführungen – alles „Essig“ momentan … Doch wie jeder andere Bürger auch, akzeptieren wir die Einschränkungen. Denn das Ziel ist ein gemeinsames im ganzen Land, nämlich die Pandemie möglichst klein zu halten.

Hier in Landau leben wir in einem 3-Generationen-Haus mit Garten. Unsere Tochter studiert noch – und unsere kleine Enkelin Frieda erkundet mit ihren 1 ½ Jahren gerade die Welt. Sie weiß noch nichts von Corona, außer dass sie nicht verstehen kann, warum sie plötzlich ihre Spielkameraden nicht mehr treffen darf. Doch in diesem Alter vergessen das die Kleinen dann glücklicherweise auch mal schnell wieder: es gibt ja soo viel Neues zu entdecken !

Wir unterstützen uns hier gegenseitig in der ganzen Familie. Auch diejenigen, die nicht in Landau wohnen. Wir haben noch eine Tochter in Schaidt mit einem nun gerade 1 Monate Baby.

Ursel und ich nehmen manchmal abends im Garten einen „Sundowner“, quatschen mal über den Zaun mit den Nachbarn – aber natürlich stets mit dem entsprechenden Abstand und im Garten.

Unsere Einstellung zu Corona : mit Vorsicht und Augenmaß, aber nicht überaufgeregt !

Was tragen wir Positives für die Gemeinschaft bei ?

Wir haben allen Nachbarn Hilfe angeboten, aber bis jetzt kommen eigentlich alles gut klar.

Manfred:
Ich bin in einem Spanisch-Sprachkurs, den haben wir jetzt auf „online“ umgestellt. Das tut eigentlich allen Teilnehmern ganz gut. Trotzdem in Kontakt zu bleiben und eben nicht den Faden zu verlieren. Und mir selbst ist das auch ein Anliegen.

Außerdem halte ich Kontakt zu Katherine, einer Amerikanerin die jetzt in Cádiz / Spanien in ihrer Wohnung festhängt, und nicht mehr raus kann seit vielen Wochen. Wir schreiben und unterhalten uns regelmäßig. Cádiz ist eine Stadt / Halbinsel in Andalusien. Sehr alt – eine Stadt wie eine Festung, alles besteht aus Stein – kleinen Hinterhöfen und Lichtschächten. Wenig Grün und sehr viel Hitze. Katherine interessiert sich auch für unsere Situation in Deutschland bezüglich der Corona-Situation; und wir sprechen über die Unterschiede beider Länder.

Im letzten Jahr bin ich den Jakobsweg in Spanien gelaufen, den „Camino del Norte“. Auch alle Jakobswege in Spanien sind nun wegen Corona geschlossen. Ich selbst habe dort so viele positive Erfahrungen gemacht, und es tut mir sehr leid für alle Pilger, die eigentlich in diesem Jahr aufbrechen wollten. Auf einem Jakobsweg bist Du ein einfacher Mensch, der alle Habseligkeiten in einem Rucksack selbst trägt, in einfachen „hostels“ in großen Schlafsälen übernachtet. Man geht alleine und teilt doch immer wieder Strecken mit Anderen. Man isst gemeinsam. Es herrscht ein unglaublich positiver und ehrlicher „Spirit“. Jeder ist gleich, denn jeder hat einen Grund, warum er diesen langen Weg geht. Die Pilger helfen sich gegenseitig. Man hört einander wirklich zu, wenn jemand seine Geschichte erzählen will. Dafür, dass ich den Camino del Norte noch letztes Jahr gehen konnte, bin ich sehr dankbar – und manchmal frage ich mich mit Sorge: werden dies künftige Pilger je wieder so unbeschwert auch tun können ?

Was erzeugt bei uns in Corona-Zeiten Respekt / Anerkennung ?

Na, zunächst einmal finden wir : die Bundesregierung arbeitet in dieser Krise – für die es ja nun keine Blaupause gibt – erstaunlich gut. Alle Parteien ziehen irgendwie mit; der Bürger wird bestmöglich informiert. Von den Notwendigkeiten wird man überzeugt, statt dass sie einfach nur angeordnet werden. Das erzeugt auch Zusammenhalt in der Gesellschaft, und eine gute Akzeptanz der Regierung. Unsere Meinung hierzu: diese ganzen Einschränkungen machen ja niemandem Spaß – und sicher ist es auch nicht lustig, diese anzuordnen. Dass Deutschland aber bisher im Vergleich zu sehr vielen anderen Ländern in der Welt vergleichsweise „gut“ da steht – und das Gesundheitssystem mit kommt – verdanken wir diesem Vorgehen.

Manfred:
Ich stelle folgendes fest : in den Ländern dieser Welt, wo die Regierungschefs „gockeln“ (also ihr eigenes Ego über das Gemeinwohl stellen) läuft es ziemlich chaotisch ab, und es gibt viele Tote.

Dort, wo das Staatsoberhaupt besonnen und umsichtig vorgeht, auf die Wissenschaft hört – und den Bürger auch mitnimmt : läuft es sehr viel besser ! Was mir dabei besonders auffällt :
- ob USA, Brasilien, UK … - läuft es schlecht und regiert ein „Gockel“, ist es immer ein Mann
- Deutschland, Neuseeland, Taiwan, Finnland … - regiert eine Frau, läuft es sehr viel besser

Da frage ich mich momentan wirklich, ob nicht Frauen einfach die besseren Krisenmanager sind ? Denn eine Stärke vereint sie alle: sie haben es nicht nötig, sich ständig aufzublasen. Und irgendwie scheinen sie deshalb sehr viel mehr Zeit für echte Führung und umsichtiges Krisenmanagement zu haben.

Ist doch auch mal ein ermutigendes Zeichen in Corona-Zeiten ? Wenn das ein „Pfälzer Rentner“ schon sieht ...

Liebe Grüße an alle Nachbarn,
Ursel und Manfred

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Jeder ist relevant ! Monikas Geschichte in „Corona-Zeiten“

„Mit Menschen zu kommunizieren macht mich aus“. Hier musste ich in den „sozialkontaktarmen“ Corona-Zeiten vollkommen umdenken. Andererseits : man glaubt ja gar nicht, was alles „online“ und „virtuell“ geht. Da lerne ich gerade viel Neues dazu.

1. Wer bin ich – und was ändert „Corona“ in meinem Alltag ?

Ich bin Monika, Jahrgang 1952 und glücklich verheiratet. Wir sind eine Patchworkfamilie mit 4 erwachsenen Kindern und 4 Enkeln – diese sind über das ganze Bundesgebiet verstreut. Na ja, reisen fällt ja im Moment aus – bleibt nur: es lebe die Digitalisierung ! Ich leite die Freizeitclubs in Karlsruhe seit 17 Jahren; vor 4 Jahren kam dann Landau dazu, wo wir heute wohnen.

Corona verändert meinen Alltag vor allem in 3 Bereichen:

1. Meine Arbeit als Leiterin der Freizeitclubs ist so wie bisher plötzlich nicht mehr möglich. Normalerweise plane und organisiere ich vielfältige Freizeitprogramme und Reisen für unsere Mitglieder, bin oft vor Ort auch selbst anwesend und stelle sicher, dass alles rund läuft und sich jeder wohl fühlt. Das ist mein Beruf, den ich nach wie vor mit großer Begeisterung ausübe. Doch all diese Aktivitäten im echten Leben fallen nun im Moment dem „shutdown“ zum Opfer. Diese Treffen fehlen mir sehr – genauso wie unseren Mitgliedern. Deshalb haben wir sehr schnell einen BLOG zum Austausch untereinander auf die Beine gestellt, in dem wir uns online treffen, Spaß haben, kreative Ideen entwickeln, digitale Treffen organisieren. Das hilft, die „sozialkontaktarme“ Zeit nicht nur körperlich, sondern auch seelisch gesund zu überstehen.

2. Mein Mann und ich haben Einkaufsverhalten umgestellt. Hier hat Corona einen durchaus positiven Einfluss auf unseren Alltag: früher gingen wir oft essen und kauften sehr spontan ein. Nun wollen wir die Corona-Regeln möglichst genau befolgen, denn das hilft allen. Daher gehen wir möglichst nur noch 1x pro Woche einkaufen, erstellen einen Wochenplan, und kochen täglich. Das ist wirklich sehr angenehm, wenn man vorausgeplant hat, und seitdem werfen wir viel weniger weg. Diesen Modus wollen wir auch nach Corona in jedem Fall beibehalten, denn er tut uns gut !

3. Die gewohnte Struktur im Alltag fehlt. Es gibt ja keine Termine mehr, die wahrgenommen werden wollen, es ist plötzlich viel Zeit da, die gefüllt werden will. Anfangs habe ich mich mit der täglichen negativen Informationsflut rund um Krankheiten, Tod, Zukunftsängste, Wirtschaft & Rezession beschäftigt. Das habe ich bewusst runtergeschraubt, man wird ja depressiv dabei. Ich befolge konsequent die Anordnungen, ansonsten lege ich den Fokus lieber auf positive Dinge, neben der Arbeit am Freizeitclub-BLOG achte ich darauf, mich regelmäßig zu bewegen: z.B. meine 10.000 Schritte am Tag hinzubekommen, indem ich spazieren gehe und beim Telefonieren in der Wohnung auf und ab laufe, regelmäßig meinen Home-Trainer benutze und auch wieder mit dem Hulahoop-Reifen trainiere. Ansonsten lese ich viel, höre viele Hörbücher, spiele begeistert online Tetris, oder löse online-Kreuzworträtsel oder mache auch mal ein online-Puzzle. Das Internet bietet so viele Möglichkeiten. Sehr wichtig finde ich auch, regelmäßig zur gleichen Zeit aufzustehen wie sonst auch, einigermaßen regelmäßig am schön gedeckten Tisch zu essen, Rituale einzuhalten wie die täglichen Kaffeepausen oder das abendliche Rummikub-Spiel. Und natürlich sitzen wir jetzt auch jeden Abend vorm Fernseher und zappen uns durch spannende Netflix-Serien.


2. Was trage ich Positives für die Gemeinschaft bei ?

Im August 2019 haben mein Mann und ich die „Bücherboxx Südpark“ initiiert. Diese bietet Interessantes für Erwachsene und auch Kinder. Sie ist gedacht als Treffpunkt für Anwohner, Parkbesucher und Gäste der Vinothek nebenan und soll sich zu einer kleinen Bühne für Lesungen und Poetry Slams entwickeln. Der Anfang im Januar war vielversprechend mit einem großen Poetry Slam Wettbewerb, und die Box wird bisher gut angenommen. Zwischenzeitlich hatten wir sie nun kurzfristig wegen Corona geschlossen. Nun aber beschließen wir, sie wieder zu öffnen : gerade jetzt, wo man oft alleine auf der Parkbank sitzen muss (oder die Kinder quengeln), kann ein Buch ein schöner Begleiter sein.
An dieser Stelle gleich eine Bitte: wenn sie wieder geöffnet ist, bitte haltet die Abstandsregeln ein ! Also quetscht Euch z.B. auch nicht zu dritt in die Box :)
Und nicht zuletzt ganz allgemein: in der jetzigen Zeit gehe ich – mehr noch als sonst – bewusst offen / kreativ / kommunikativ auf Andere zu. Ich bin ein positiv eingestellter Mensch; meine Freunde nennen mich „Glitzerauge“ und sagen von mir, ich sei eine kreative Querdenkerin und eine sprudelnde Ideenquelle. Genau das kann ich in Corona-Zeiten meinen Mitbürgern geben.

3. Was erzeugt bei mir in Corona-Zeiten Respekt / Anerkennung ?

Erstens – all die „systemrelevanten“ Berufe wie z.B. Krankenpfleger, Müllmänner, Verkäufer, Arzthelferinnen, Paketboten... Also all jene Berufe, die normalerweise im Alltag wenig Anerkennung bekommen. Hier finde ich es sehr wichtig, dass diese Berufe in Zukunft nicht mehr nur Anerkennung, sondern vor allem auch adäquate Bezahlung erhalten! In dem Zusammenhang fällt mir wieder die Idee vom bedingungslosen Grundeinkommen ein. Dieses Modell, für das u.a. der Gründer der DM-Drogerie seit Jahren kämpft, würde Menschen von ihrer wirtschaftlichen Existenzangst befreien, Sicherheit und Freiraum für Kreativität schaffen, und das Leben lebenswerter und menschlicher machen. Das finde ich faszinierend. Zwei Websites dazu: http://www.unternimm-die-zukunft.de/ und https://www.grundeinkommen.de/grundeinkommen/idee

Weiterhin habe ich viel Anerkennung für alle Eltern, die mit ihren Kindern nun „home schooling“ machen müssen. Das ist ja sooo anstrengend ! Ich selbst kann das ein Stück mitfühlen, denn ich betreue einen afghanischen Jugendlichen schulisch. Bisher in „echt und persönlich“ – nun per WhatsApp Video Unterricht. Daher weiß ich wie kräftezehrend das sein kann. Aber es bringt mir auch viel Freude, weil ich sehe, wie wissbegierig er ist und dass er diese Hilfe braucht, um den anspruchsvollen Lernstoff gut zu bewältigen.

Liebe Grüße an alle Landauer Nachbarn

Monika

Jeder ist relevant ! Irmas Geschichte in „Corona-Zeiten“

„In jeder Krise liegt auch eine Chance zur Veränderung“. Das gilt in Corona-Zeiten für uns als Gesellschaft, und es gilt ebenso für mich selbst. Da gibt es Parallelen – Ihr werdet sehen …

1. Wer bin ich – und was ändert „Corona“ in meinem Alltag ?

Ich bin Irma, 58, selbständige IT Unternehmensberaterin. Also „voll wichtig & total erfolgreich“. Außer im Moment. Denn „systemrelevant“ bin ich nun wirklich nicht mit diesem Job. Seit 1 Woche bin ich Landauer Neubürgerin, und wohne am Stiftsplatz. Da darf man nicht parken. Überall anders in Landau offenbar auch nicht : mit den Strafzetteln und Parkhaus-Tickets könnte ich bereits nach 1 Woche mindestens eine Wand meines Lofts tapezieren. Und das ist ziemlich groß.

Die Corona-Plage erwischte mich gewissermaßen auf einem sehr langen Autobahnstück von der Ostsee hierher; zwischen meinem alten und meinem neuen Leben. Verfallsdatum des alten deutlich abgelaufen (dessen weibliche Orchestrierung ist jetzt 21 Jahre jünger). Am „point of no return“ dieser männlichen mid-live-crisis begab ich mich auf die Autobahn, trat das Gaspedal durch, baute den Rückspiegel ab, und landete da, wo „der liebe Gott gerade home office macht“ : in der Pfalz !

Das Positive:

• in meinem Alltag kann Corona gar nichts ändern, weil ich noch keinen habe. Doch genau darin liegt die Chance. Seit dem ersten Tag hier entsteht Neues und Positives ! Es ist nicht zu fassen, wie viele nette / interessante / hilfsbereite Menschen ich hier in diesen wenigen Tagen bereits getroffen habe : seid Ihr hier alle so ?!?

Die Herausforderung:
• ich habe fast keine Möbel mitgenommen. Also bestelle ich alles online. Lieferdienste sind systemrelevant, und ich habe sie auch lieb. Aber Kühlschränke / Bücherregale / Sofas die neuerdings an der Bordsteinkante abgestellt werden, sind „so la la“ sofern man 1,60 m groß ist und die meisten Teile schwerer als man selbst.

Was also könnt Ihr als „Mutmacher“ aus Teil 1 mitnehmen : wenn es möglich ist, sich bei vollem „Corona Gezacker“ mal eben neu zu erfinden : dann ist „nur Corona Generve + sonst alles OK“ auf jeden Fall machbar.

2. Was trage ich Positives für die Gemeinschaft bei ?

Nun, zunächst einmal : ich nehme keine Fördergelder für Selbständige in Anspruch; denn ich kann mich aus Rücklagen halten. Ich kenne jedoch zahlreiche Freelancer und Kleinunternehmer, die gerade existenzbedrohende Zeiten durchmachen. Ergo fände ich das unsozial; der Staat soll bitte schnell und unbürokratisch denen helfen die es dringend brauchen !

Zweitens (ok – nur ein winziger Beitrag), ich hatte auf „nebenan.de“ diese Idee gepostet, Eure „Mutmacher Geschichten“ in Corona-Zeiten aufzuschreiben. Meine eigene soll hier einfach nur der Anfang sein, damit mehr Nachbarn sich trauen. Es gibt schon eine Nachbarin, mit der das (Video) Interview gestern stattfand, und deren Geschichte ich als Nächstes schreibe. Sowie bisher zwei weitere Nachbarn, die auch Interesse haben. Also – traut Euch ! Es wird kein Text gepostet, ohne dass Ihr ihn zuvor gecheckt habt und OK sagt !

Drittens, ich helfe Betroffenen aus meinem engeren Umfeld.

Da hätten wir z.B.

• eine Friseurmeisterin mit eigenem Geschäft, 3 Angestellten – und (logisch) im Existenzkampf. Hier helfe ich mit unternehmerischer Beratung, aber auch ganz praktisch – falls Finanzen überbrückt werden müssen. An Alle, die gerne „die Haare schön“ haben möchten : seid kreativ und unterstützt Euren Lieblings-Friseur; sonst ist er vermutlich danach leider pleite.

• Eine Künstlerin die ihre laufenden Ausgaben zu 100% mit Malkursen in Kunsthallen und Museen bestritt. Die alle gleichzeitig über Nacht dicht machten. Ich liebe die Kunst und das Kreative ! Damit das jedoch weiter blühen kann, hilft aktuell vieles: mal kurz „seinen Steuerberater auszuleihen“ / einen Laptop zu verschenken / ein bisschen organisatorische Beratung zu geben. Oder einfach mal mein Bild zu kaufen.
Dass ich mich als Bürger an alle aktuell geltenden Regeln halte und Rücksicht auf Andere nehme, ist für mich selbstverständlich und kein besonderer Beitrag.


Was also könnt Ihr als „Mutmacher“ aus Teil 2 mitnehmen : wenn wir alle – neben der großen Politik – einfach mal direkt neben uns suchen : da finden wir (immer !) im Kleinen Dinge, womit wir Anderen eine Hilfe geben oder eine Freude machen können. Und es kommt immer mehr zurück als wir gegeben haben. Versprochen. Sehe ich ja gerade auch.


3. Was erzeugt bei mir in Corona-Zeiten Respekt / Anerkennung ?

Die Bundesregierung. Das muss ich einfach mal platt so sagen. Die macht m.E. in Deutschland einen super Job – zusammen mit der Forschung und Wissenschaft. Warum :
- Sie agiert unaufgeregt, besonnen und verantwortungsvoll. Und hört auf die Experten.
- Sie setzt nicht auf Zwänge und Verbote, sondern auf unser Verantwortungsgefühl
- Sie sagt die Wahrheit entlang aktueller Erkenntnislage. Und dass sich diese ändern kann.

Ich ziehe aus diesem Rahmen aber noch mehr Positives : aha – wir haben also eine mündige Gesellschaft ?! Ich hoffe, die Politik erinnert sich daran später noch. Ja schau mal da : Rechtsradikale und sonstige Verschwörungstheoretiker haben Pause – weil keiner hört ihnen zu. Die „Parteien der Mitte“ schienen gestern noch langweilig und verstaubt; heute macht jeder 3 Kreuze, dass wir in dieser Zeit von Profis regiert werden, die ihr Handwerk verstehen.

Mein Bruder. Er ist Krankenpfleger und hat zusätzlich eine Ausbildung sowie 10 Jahre Erfahrung als Intensivpfleger, auch wenn die schon etwas zurück liegen. Er hat sich nun in seinem Krankenhaus freiwillig auf die Covid-19 Intensivstation gemeldet. Das bedeutet konkret : 10 Stunden Schichten oder mehr / 3-Schicht Dienst / Materialmangel und somit höhere Ansteckungsgefahr. Wenig Schlaf, isoliert wohnen (er darf nun weder Familie noch Freundin besuchen) auf unbestimmte Zeit.

O-Ton : „ja ganz wohl ist mir natürlich auch nicht. Aber wer soll es denn sonst machen ? Ich habe Ausbildung & Erfahrung – also mach es auch.“
Was Ihr daraus als „Mutmacher“ mitnehmen könnt : muss nicht weiter erklärt werden.

Liebe Grüße an alle Nachbarn,
Irma